Tanz-Weltreise mit LETAS am 21.04.2013

Gelungenes Gala-Konzert im Münchner Anton-Fingerle-Bildungszentrum

Mehr als 500 Gäste folgten der Einladung der Kreis- und Ortsgruppe München der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (Vorsitzender Viacheslav Lel) und des bundesweiten Projekt „Von Identität und Integration zur Selbstorganisation“ (Leiterin Olga Gusch) zum Gala-Konzert des Tanzensembles LETAS am 21. April im Münchner Anton-Fingerle-Bildungszentrum. Die hohen Erwartungen der Zuschauer hatten die Tänzerinnen unter der Leitung von Elena Müller nicht enttäuscht – sie gaben ihr Bestes für das Publikum, das die hervorragenden Auftritte mit begeistertem Beifall belohnte. Das reichhaltige Bühnenprogramm mit Vorführungen und Musik im Vorfeld des UNESCO-Welttages des Tanzes (wird seit 1982 alljährlich weltweit am 29. April gefeiert) war auch eine Präsentation der Kulturtradition der Russlanddeutschen, die sie generationenübergreifend in die neue Heimat Deutschland mitgebracht haben.

Tanz-Weltreise mit LETAS am 21.04.2013


Die Moderatoren Tatiana Baranov und Thorsten Kanzler führten die Gäste mit Charme, Witz, schauspielerischem Können und aufschlussreichen Informationen über das Brauchtum und Traditionen aus verschiedenen Ländern durch das Programm unter dem Motto „Tanzend um die ganze Welt“. Aber nicht nur das. Tatiana Baranov, deren Wurzeln in einer deutschen Siedlung in Südural liegen, konnte immer wieder auch historisches Wissen aus der 250-jährigen Geschichte der Russlanddeutschen seit der Veröffentlichung des Einladungsmanifestes 1763 durch die Zarin Katharina II. und der massenhaften Auswanderung aus deutschen Landen nach Russland vermitteln.

Das Kulturprogramm mit einer beeindruckenden Vielfalt von Volkstänzen in prächtigen Kostümen aus aller Welt umfasste die Geselligkeit der deutschen Tradition, die Faszination der kasachischen Steppen, die Sensibilität der ukrainischen Seele, die Ausgelassenheit der Roma, die Lebensfreude des russischen Volkes, das Feuer der spanischen Leidenschaft, den Charme des französischen Kabaretts – und noch viel mehr. Das veranschaulichten die LETAS-Tänzerinnen durch eine „Deutsche Polka“, die russischen Tänze „Platki“/„Tücher“ und „Kostroma“, den ukrainischen Tanz „Chutorjanki“, den kasachischen Tanz „Steppenblumen“, durch einen feurigen Zigeuner-Tanz oder den Flamenko-Tanz „Muse“.

Auch die beiden Kindergruppen ernteten begeisterten Applaus des Publikums. Die kleinste Solistin des Tanzensemble Elizaveta Kroll (10 Jahre) tanzte den russischen Tanz „Walenki“/„Filzstiefel“ (Choreographie: Elena Müller). Die Kindergruppe, die seit einem Jahr übt, stellte sich mit einem chinesischen Tanz vor. Und die kleinsten Tänzer des Tanzstudios (erst vor sechs Monaten entstanden) ernteten viel Beifall mit dem Tanz „Puppen“.

Tanz-Weltreise mit LETAS am 21.04.2013

Tanz-Weltreise mit LETAS am 21.04.2013

Tanz-Weltreise mit LETAS am 21.04.2013

Tanz-Weltreise mit LETAS am 21.04.2013


Nicht weniger unterhaltsam mischten die Gäste des Gala-Konzertes aus anderen Vereinen Münchens mit. Natalia Zalesskaja von der Gesangsschule „Arioso“ präsentiere Kalmans „Juditta“.

Tanz-Weltreise mit LETAS am 21.04.2013


Die Kinder-Vokalgruppe „Sommersprossen“/„Vesnuschki“ stellte sich mit Liedern in deutscher und russischer Sprache vor.

Tanz-Weltreise mit LETAS am 21.04.2013


Reichlich Applaus ernteten das jüdische Showballett „Genesis“ (Choreografie: Stanislav Kucharkov). Und mit einem „Türkischen Tanz“ glänzte der Verein Münih Türkiyem Folklor e. V. (Choreografie: Dilek Duman).

Tanz-Weltreise mit LETAS am 21.04.2013


Ein Videofilm erinnerte an die wichtigsten Stationen des Tanzensembles LETAS, das im Sommer 2010 ins Leben gerufen wurde. Beim 1. Herbstfestival der Tradition und Kultur der Russlanddeutschen in München im November 2010 stand es zum ersten Mal auf der Bühne. Die Seele des Ensembles ist Elena Müller. In ihrer Hand liegt auch die choreografische Leitung. Erfahrungen sammelte sie als Solistin des Tanzstudios „Surprise“ in Ekibastus/Kasachstan, als Choreografin und Leiterin des Tanzensembles „Fantasy“ in Bad Reichenhall, als Tänzerin im Zentrum der russischen Kultur „MIR“ in München und seit 2010 Choreografin und Leiterin des Tanzstudios LETAS. Die weiteren Tänzerinnen kommen aus unterschiedlichen Regionen der ehemaligen Sowjetunion. Jede ist anders und geht ihren eigenen Weg, das Gemeinsame ist die Leidenschaft für Tanz und Bewegung. Das ist auch die stärkste Motivation, sich Zeit für Proben und Auftritte zu nehmen. Dafür spricht auch der Name des Ensembles:

L-eidenschaftlich im Tanz
E-motional auf der Bühne
T-alentiert bei der Umsetzung der eigenen kreativen Ideen
A-ktiv im Leben
S-ehenswert auf jeden Fall

Das Tanzstudio mit Elena Müller bietet in jeder Hinsicht große tänzerische Klasse und Unterhaltung höchsten Grades. Dafür spricht auch das umfangreiche Repertoire. In hochstilisierter Form bieten die Tänzerinnen Folkloretänze, die nach den jeweiligen Sitten und Bräuchen choreografiert, aber auch auf die Mentalität und den Geschmack der heutigen Zuschauer zugeschnitten sind. Tänzerisch fühlt sich das Ensemble LETAS überall zu Hause. Es tritt regelmäßig in der Heimatstadt, der Umgebung und anderen Bundesländern auf. Inzwischen kann das Studio auf mehrere vordere Plätze bei Wettbewerben in Kategorien Nationaltanz und Showtanz zurückblicken. Von Anfang an wurde das Ensemble von der Kreis- und Ortsgruppe München und der Projektleiterin Olga Gusch betreut und gemanagt. Zu den Förderern gehören auch die Russischsprachige Katholische Seelsorge der Erzdiözese München und Freising, das Haus des Deutschen Ostens München mit der stellv. Direktorin Brigitte Steinert, die „Friedlandhilfe“ und private Spender.

Auch das Gala-Konzert wurde wiederholt durch das Bayerische Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen, das Haus des Deutschen Ostens München, die „Friedlandhilfe“, das Projekt „Von Identität und Integration zur Selbstorganisation“ sowie der Kreis- und Ortsgruppe München unterstützt. Die Leiterin Elena Müller bedankte sich bei den Organisatoren und Gästen für das zahlreiche Erscheinen und den begeisterten Applaus.

Im Vorraum konnten sich die Gäste anhand von Zeitungen, Broschüren und Büchern über die Aktivitäten der Landsmannschaft und ihrer Jugendorganisation Jugend- und Studentenring der Deutschen aus Russland informieren. Der Künstler und Inhaber einer privaten Kunstschule, Willi Bunkowski, präsentierte in einer vielfältigen Ausstellung die Arbeiten seiner Schüler und eigene Kunstwerke. Auch für das leibliche Wohl der Gäste wurde gesorgt, in den Pausen konnte man sich am Büfett bedienen.

VadW

LETAS Gala-Konzert



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Datum: 3-05-2013, 21:35   |   Verfasser: frasch   |   Ansehen: 3564