Der Literaturkreis der Deutschen aus Russland wurde am 14. Oktober 1995 in Bonn gegründet. Damals waren es 14 Autoren, jetzt sind es fast 100, ein Viertel davon – junge Autoren. Es war ein Versuch, das kulturelle Vakuum für die russlanddeutschen Autoren zu füllen, Gleichgesinnte zu finden und ihnen die Integration in Deutschland etwas zu erleichtern.

Gedenktag an die Opfer der Deportation

Am 30. August 2015 führte die Kreis- und Ortsgruppe München den Gedenktag an die Opfer der Deportation der Russlanddeutschen durch. Die Deportation brach in Folge des Erlasses des Obersten Sowjets vom 28. August 1941 aus und erwies sich als eine gewaltige Tragödie für die Russlanddeutschen.

Gedenktag an die Opfer der Deportation


In ihrer Einleitung sagte die Vorsitzende der Kreis- und Ortsgruppe und Leiterin des Projektes „Lesungen russlanddeutscher Autoren in Bayern“ Maria Schefner:
„Die Wolgadeutsche Republik wurde nach diesem Erlass zerstört. Massenhaft wurden unsere Eltern, Großeltern, Urgroßeltern und auch viele der hier Anwesenden allein wegen ihrer nationalen Zugehörigkeit aus ihren Wohnorten deportiert, ihrem Besitz und menschlicher Würde beraubt, in den sicheren Tod geschickt. Massenhaft starben unsere Ahnen. Hier gibt es keinen einzigen Russlanddeutschen, deren Familie in Folgen dieses Erlasses nicht gelitten hatte. Die Chance, dass wir, die hier heute sitzen, überhaupt zur Welt kämen, war äußerst gering. Noch geringer war die Chance, dass wir unser Deutschtum samt unserer Muttersprache bewahren könnten. Doch wir haben es geschafft, das alles zu überwinden und endlich nach Hause zu kommen. Dafür hat die Generation der Kriegs- und Nachkriegskinder hart gekämpft. Sie sind auch hier, an unserer Seite, und berichten als Zeitzeugen.“
Als Zeitzeugen berichteten Mitglieder der Ortsgruppe Andreas Maser und Maria Kisner, sowie die aus Stadtallendorf angereiste Autorin des Literaturkreises der Deutschen aus Russland Frieda Bayer. Andreas Maser und Maria Kisner erzählten über die Tätigkeit der Russlanddeutschen in Sowjetunion in Nachkriegszeiten, Kampf für die Wiederherstellung der deutschen Autonomie und Ausreisebewegung. Als Autorin las Maria Kisner ihre bewegenden Gedichte zum Thema des Tages. Als weitere Autorin präsentierte Frieda Bayer ihr neu erschienenes Buch „Offene Wunden der Seele“, worin sie ihre reichen Lebenserfahrungen verarbeitete. Sehr beeindruckt waren die Zuhörer von den Liedern zu Texten von Frieda Bayer, die ihr Enkel Alex Bayer vertonte.
Die Mitglieder der Gruppe brachten Familienfotos und Dokumente für die Gedenkwand, wo die Ereignisse dieser Zeiten festgehalten wurden, und erinnerten sich an ihre eigenen Wege und Familiengeschichten, die mit dem gemeinsamen Schicksal der Volksgruppe eng verbunden sind.
Das gemütliche Beisammensein mit Gespräch, Kaffee und liebevoll zubereiteten Leckereien rundete den Nachmittag ab.
Der Vorstand bedankt sich herzlich bei den Landsleuten, die diese Veranstaltung liebevoll und zahlreich vorbereiteten und unterstützten.
Unser besonderer Dank gilt dem Haus des Deutschen Ostens und dem Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration für die Unterstützung des Projektes „Lesungen russlanddeutscher Autoren in Bayern,“ in dessen Rahmen die Lesung zum Gedenktag stattfinden konnte.


Gedenktag an die Opfer der Deportation


Gedenktag an die Opfer der Deportation


Gedenktag an die Opfer der Deportation


Gedenktag an die Opfer der Deportation


Gedenktag an die Opfer der Deportation


Vorstand KOG LMDR München







Datum: 30-08-2015, 23:31   |   Verfasser: Administrator   |   Ansehen: 1333